Burg Lichtenstein in den Haßbergen

Burg und Burgruine Lichtenstein liegen auf dem westlichen Abfall des 426 m hohen Lichtensteiner Bergrückens, unmittelbar westlich bei der kleinen Ortschaft des gleichen Namens.
 

Lichtenstein ist eine der stattlichsten Burgen des nördlichen Frankens. Sie war Stammsitz der Herren von Lichtenstein und wurde 1232 erstmals genannt. Auf dem zerklüfteten Felsplateau sind heute noch zwei Burgenanlagen vorhanden: nördlich die Burgruine und südlich daran anschließend die bewohnte Burg Lichtenstein.
 

Ruine Lichtenstein 
 

1309 wurde die gesamte Anlage, also Nord- und Südburg, nach einem Besitzstreit dem Hochstift Bamberg zugesprochen und an die von Lichtenstein als Lehen vergeben. Die Nordburg wurde 1525 im Bauerkrieg und 1553 im Marktgrafenkrieg zerstört und ist seitdem Ruine. Nach dem Tod des letzten Lichtensteiners 1906 erfolgte im 19. und 20. Jahrhundert ein häufiger Wechsel der Besitzer. 1909 erwarben die Freiherrn von Rotenhan die Burg, in deren Besitz sie sich auch heute noch befindet.
 

Die erhalten gebliebene Südburg ist in eine Vorburg und in eine Hauptburg gegliedert. Sie ist bewohnt und wird von ihrem ältesten Gebäude, dem ungemein massigen, spätromanischen "Bau" beherrscht. Dieser Turm mit seinen vier Geschossen, den bis zu 3 m dicken Mauern, Geschosserkern und vermauerten Rundbogenfenstern trägt die Baumerkmale des späteren 13. Jhdt.
Der Graben wurde zum Eingang hin nicht durch eine Zugbrücke überbrückt, sondern durch eine vierfache, versetzt gestaffelte Toranlage geschützt (s. Abb.). Durch diese Konstruktion wurde es einem Belagerer unmöglich gemacht, einen Widder zum Aufsprengen des Tores einzusetzen. Hinter der Toranlage erhebt sich der Bergfried, ein mächtiger quadratischer Wohnturm, mit aufgesetztem Satteldach mit Fachwerkgiebel.
 

Eigentümer des ältesten Teils der Anlage, der Nordburg, ist seit 1972 der Landkreis Haßberge. Auf anstehendem Fels sind hier noch die Reste des Bergfrieds, der romanischen Burgkapelle und eines Halbschalenturms erhalten. Er wird Pfeilschartenturm genannt, wegen der beiden je ca. 3 m hohen, senkrechten Schießscharten, aus denen das Vorfeld der Burg wirkungsvoll unter Beschuss genommen werden konnte. Inmitten der Ruine befindet sich der 19 m tiefe Burgbrunnen. Fast alle Bauten der Burgruine wachsen aus mächtigen Felsen empor. Besichtigung und Führung an Wochenenden möglich. Informationstafeln erläutern die Geschichte und Zusammenhänge.
 

Ein markanter Felsen trägt den Namen Teufels- oder auch Höllenstein. Es ist ein hufeisenförmiger Sandsteinfelsen von 5 bis 7 m Höhe, am Südhang des Hochplateaus gelegen, das Burg und Dorf Lichtenstein trägt. Er steht, durch Bäume und dichtes Unterholz verdeckt, im Wald direkt oberhalb der Straße, die sich vom Baunachtal über Dürrnhof nach Lichtenstein hinaufwindet. Von ihm geht die Sage, dass ein Lichtensteiner Ritter seine Seele dem Teufel verschrieben hatte. Um aus dem Vertrag herauszukommen, überredete der Recke diesen zu einem Mühlespiel auf dem Felsen. Bemerkenswert an dieser Sage ist, dass sich auf der Gipfelfläche des Felsens tatsächlich ein in den Stein geritztes Mühlebrett befindet. Außerdem findet man auf dem etwa 15 m langen und 8 m breiten Felsplateau Pfostenlöcher und Fundamentgräben, die auf eine Überbauung hinweisen.
 

Wahrscheinlich handelt es sich beim Teufelsstein um die erste Burg der Herren von Lichtenstein aus der Zeit vor 1232. In diese Zeit werden auch Keramikscherben datiert, die am und auf dem Felsen gefunden wurden.


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